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 Rainbow Warrior

Was Honza Vobruba aus Teplice (CZ) auf die Beine gestellt hat, ist in jeder Ansicht sensationell. Sein wie ein Regenbogen schimmerndes Audi 80 Coupé hat mit einem 92er Serienwagen nur noch wenig gemeinsam

Das Schicksal meinte es gut mit dem verunfallten Audi Coupé. Wie viele Havaristen landete es zunächst auf einem Transporter Richtung ehemaliger Ostblock, um dort entweder notdürftig hergerichtet zu werden oder im schlimmsten Fall in der Verwertung zu landen. Die Werkstatt entschloß sich zur Reparatur und Verkauf. Honza, Motorradverkäufer aus Teplice, entdeckte das Coupé auf einem Autobazar. Ausschlaggebender Faktor für den Kauf war der 2,8 Liter Motor. Allerdings hielt seine Freude über den starken Sechszylinder nicht allzu lange an, weil die Tücken des Winters ihr Opfer forderten. Kurzum, Front- und Heckpartie wurden komplett zerknautscht. Nach der Reparatur und einem Totalumbau  ist der Audi kaum mehr als 92er Coupé zu erkennen.

Die Frontpartie besteht aus einer phantastischen Mixtur verschiedener Audi-Modelle, kombiniert mit der A4-Frontschürze von Prostreet. Die Xenon Scheinwerfer stammen ebenfalls vom A4 und wurden in mühsamen Anpassungsarbeiten eingegliedert.

Die Motorhaube ist älteren Baujahrs, nämlich vom Audi 80 B3, der Limousine der Baujahre 89 bis 92. Der in die Haube integrierte Grill wurde in der ganzen Breite abgeschnitten und eine neue Nase aus Blech angeschweißt. Sind das Audi Kotflügel?

Ja, doch die vorderen Konturen wurden den Blinkern der Xenon-Einheit und der Frontschürze angepasst. Neugierigerweise fragen wir nach, warum Honza als Motorradverkäufer so perfekt mit Schweißgerät und Werkzeug umgehen kann.

Wir erfahren, daß ein Kollege der Firma AUTOBEST in Teplice die Blecharbeiten durchgeführt hat. Er war es auch, der die im Windleitblech eines Ladas positionierten Schlitze herausschnitt und in die Kotflügel hineinoperierte.

Die Verbreiterungen bestehen aus selbst gedengeltem Blech und wurden perfekt den mit Distanzscheiben aufgelegten 18 Zoll Speedline Corse angepaßt. Die Prostreet Seitenschweller harmonierten mit der Länge des Coupés, konnten demnach ohne Schneiden und Schleifen montiert werden. Ein Audi aus Tschechien beweist uns, daß den mittlerweile total langweilig gewordenen M3-Spiegeln auch andere Arten von Rückspiegel ihren Reiz besitzen. Honza bevorzugt die Spiegel des Porsche Carrera 996. Wir staunen über eine Heckpartie, nennen wir sie Teplice-Heck, die ohne auf jegliche Vorlagen zurückzugreifen, aus eigenen Ideen kreiert wurde. Wir erinnern uns, daß das Audi Coupé einen flachen Spoileransatz besaß. Weg damit! Ohne Verwendung des Serienspoilers gestaltete man aus Blech und GFK eine individuelle Kontur.

Ein überdimensionierter Kosei-Flügel dominiert die Heckpartie und bringt die abgeflachte Heckklappe erst richtig zur Geltung. Die Rückleuchten dürften Honda Civic Kennern keine Unbekannte sein. Die Heckschürze verkaufte Rieger einst für Audi 80 Limousinen. Allerdings wird man sie in Eggenfelden kaum mehr als eine der ihren identifizieren können, da sowohl an den seitlichen Ausläufern, als auch im Bereich des Diffusors Hand angelegt wurde. Als Krönung der Karosseriearbeiten ließ Honza den Flip-Flop Effektlack „Smarakd“ von Glasurit lackieren. Vier Rohre für ein Halleluja – nehmt es wörtlich.

Eine mit dem TÜV vergleichbare Institution gibt es (noch) nicht. Der 2,8 Liter trompetet aus beidseitig verlegten Duplexrohren einer modifizierten Supersprint-Edelstahlanlage mit umgeschweißtem Endtopf. Auch der Sechszylinder ist längst nicht mehr die Originalmaschine, bemerkt Honza ganz nebenbei. Der ursprüngliche V6 wurde längst von der modernen Sechszylinder-Maschine aus einem verunfallten VW Passat ersetzt.

Honzas Bastelstunden fanden unter dem Dach statt, wo er den größten Teil des Interieurs selbst gestaltete. Die Fahrgastzelle wurde perfekt ausgestattet, zeigt sich in hellem Leder und einer Vielzahl an Chromapplikationen veredelt. An Zusatzinstrumenten mangelt es nicht, da sowohl die A-Säule, als auch die Fläche über dem Handschuhfach als Informationszentrum dienen. Die Mittelkonsole deutete darauf hin, was sich im Audi an audiovisueller Materie abspielt. Fernsehen, Playstation und Car-Hifi vom Feinsten begeistern Aug und Ohr.

Im Rückraum des zum 2-Sitzer abgerüsteten Coupés beweist eine schön eingerichtete Car-HiFi Landschaft Honsas guten Geschmack. Unter dem Wiechers Käfig macht sich eine wettbewerbsfähige Anlage breit, deren Flanken mit MDF Platten aufgebaut und braunem Stoff überzogen wurden.

Mit Sicherheit zählt Honsas Audi zu den besten Tuningcars Tschechiens. Seine Ausnahmestellung hat er mit dem ersten Platz beim Show & Shine Wettbewerb des „Mimonské války 6“ auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Nord-Tschechien bewiesen.

 

FACTS:
TYP:
Audi 80 Coupé, Baujahr 1992
MOTOR:
2,8 Liter Sechszylinder 30V, 200 PS
RÄDER:
Speedline Corse 2310 mit Yokohama Bereifung
VA: 8,5x18 Zoll ET 35 mit 225/35, je 10mm Distanzscheiben
HA: 10x18 Zoll ET 25 mit 245/35, je 15mm Distanzscheiben
FAHRWERK:
H&R Komplettfahrwerk, Wiechers Domstrebe
AUSPUFF:
Edelstahl Supersprint, Kein Katalysator, Endtopf umgeschweißt für links-rechts verlegte Duplex Endrohre
SPOILER:
A4 Prostreet Frontschürze, modifizierte Rieger Heckschürze für Audi 80 Limousine, Kosei-Heckflügel
INTERIEUR:
Umbau zum 2-Sitzer, Recaro Sitze mit Schroth Gurte, 32er Momo Volant, Momo Schaltknauf, Pedale Simoni Racing, Auto Style Instrumente, Alcantara Leder, Wiechers Käfig, Car Hifi mit Nakamichi MD Receiver, 7 Zoll Monitor, TV, PlayStation 2,
EXTRAS:
A4 Xenon Scheinwerfer, Audi 80 B3 Motorhaube, Konturen der Kotflügel an Motorhaube angepaßt, Lüftungsschlitze Lada, Heckpartie Eigenbau, Heckdeckel aus GFK, Seitenwände und Verbreiterungen in Blech, Honda Civic Heckleuchten, Sparco Chromtankdeckel, Porsche Carrera Spiegel, Neon-Unterbodenbeleuchtungen, Lackierung: Glasurit Smaragd
DANKE AN:
AUTOBEST, Pavel Matousek

Den musste ich unbedingt haben! Am späten Nachmittag des "mimonské valký 6" war es dann endlich soweit mit dem Fototermin. Honza sprach ziemlich gut Deutsch, so dass wir das Interview und die Datenaufnahme ohne Dolmetscher durchführen konnten. Der Audi erschien zunächst im Tuning Magazine (CZ) Ausgabe 11/2004. Mir gefiel die dortige Überschrift "Rainbow Warrior" besser als mein "Green Smarakd". Es war das erstemal, das ich bewusst eine Headline geklaut habe. Danke an Martin Kokesch vom Tuning Magazine, der uns auch bei der nachträglichen Kontaktaufnahme zu Honsa unterstützt hat. Übrigens: die "Rainbow Warrior" war ein von Greenpeace eingesetztes Schiff. Klick verlinkt zu den Google Results.

michael kolb für AUTOTUNING 1/2005

 Rainbow Warrior  
.. der wie ein Regenbogen schimmernde Audi 80 Coupé hat mit einem 92er Serienwagen nur noch wenig gemeinsam
 
 
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